
Meine Geschichte
Ich bin in einer Weingegend aufgewachsen. Ein Glas Wein zum Abendessen, ein Sekt bei Partys, ein Aperol an warmen Sommerabenden – das war für mich jahrelang einfach Teil des Lebens. Kein Drama, kein Exzess. Einfach Genuss, so wie ihn viele Frauen meiner Generation kennen.
Von Mitte zwanzig bis Mitte vierzig habe ich gut und gerne getrunken. Manchmal ein, zwei Gläser Wein täglich – völlig normal, dachte ich. Bis mein Körper anfing, mir andere Signale zu senden.
Mit den Wechseljahren änderte sich alles. Plötzlich kostete mich jedes Glas Wein mehr als es mir gab. Die Hitzewallungen wurden stärker. Der Schlaf schlechter. Die Erschöpfung am nächsten Morgen schwerer. Mein Körper sprach eine klare Sprache – ich musste nur lernen, zuzuhören.
Vor zwei Jahren habe ich aufgehört. Komplett.
Am Anfang war es seltsam. Alle um mich herum trinken noch – auf Partys, bei Familienfeiern, beim Abendessen mit Freunden. Ich fühlte mich manchmal wie eine Außenseiterin. Als würde ich etwas verpassen.
Heute bin ich froh und erleichtert. Mein Körper dankt es mir jeden Tag. Und wenn ich ehrlich bin – ich vermisse es nicht. Was ich vermisst habe, war das Ritual, das Gefühl der Entspannung, die soziale Verbindung. Aber all das gibt es auch ohne Alkohol.
Diese Erfahrung möchte ich mit dir teilen – nicht als Mahnung, sondern als Einladung zum Nachdenken.
Was die Wissenschaft sagt – und das solltest du wissen
Lange hieß es: Ein Glas Rotwein am Tag ist sogar gesund. Das ist heute widerlegt.
Die Weltgesundheitsorganisation hat in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet Public Health eine klare Erklärung veröffentlicht: Es gibt keine gesundheitlich unbedenkliche Menge Alkohol. Null.
Alkohol ist eine toxische, psychoaktive und süchtig machende Substanz – eingestuft als Karzinogen der Gruppe 1, der höchsten Risikogruppe. Zu dieser Gruppe gehören auch Asbest, Strahlung und Tabak.
Das klingt dramatisch. Aber es ist die Wahrheit – und du hast das Recht, sie zu kennen.
Besonders wichtig für uns Frauen: Alkohol ist für mindestens sieben Krebsarten verantwortlich – darunter vor allem Brustkrebs. Selbst moderater Konsum von weniger als einem Glas pro Tag erhöht das Risiko nachweislich. Und die gute Nachricht: Das Risiko sinkt wieder wenn du den Konsum reduzierst oder aufhörst.
Was passiert mit Alkohol in den Wechseljahren?
Der sinkende Östrogenspiegel verändert buchstäblich alles – auch wie dein Körper Alkohol verarbeitet. Was früher ein entspanntes Glas Wein war, kann jetzt eine Kaskade von Reaktionen auslösen die du so nicht kennst.
Hitzewallungen werden schlimmer
Alkohol erweitert die Blutgefäße und erhöht die Körpertemperatur. Wenn du ohnehin schon mit Hitzewallungen kämpfst, kann selbst ein kleines Glas Wein die Intensität und Häufigkeit deutlich verstärken. Viele Frauen berichten dass ihre schlimmsten Hitzewallungen abends nach einem Glas Wein auftreten – ohne diesen Zusammenhang zu erkennen.
Schlaf wird schlechter
Alkohol fühlt sich zwar entspannend an – aber er stört die Schlafarchitektur erheblich. Er unterdrückt den REM-Schlaf, die Tiefschlafphasen in denen sich dein Körper wirklich erholt. In den Wechseljahren ist der Schlaf ohnehin schon fragiler. Alkohol macht ihn noch fragiler.
Der Abbau dauert länger
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Zusammensetzung unseres Körpers – weniger Muskelmasse, mehr Fettgewebe, weniger Körperwasser. Das bedeutet: Alkohol wird langsamer abgebaut und wirkt intensiver als früher. Ein Glas Wein mit 45 ist für deinen Körper nicht dasselbe wie ein Glas Wein mit 30.
Alkohol als Nervengift
Das klingt hart – aber es ist medizinisch korrekt. Alkohol schädigt das Nervensystem direkt. Er tötet Nervenzellen ab, stört die Kommunikation zwischen Gehirnregionen und beeinträchtigt langfristig Gedächtnis, Konzentration und emotionale Stabilität.
In den Wechseljahren, wenn viele Frauen ohnehin sensibler auf Stress reagieren und häufiger über Brain Fog und Konzentrationsprobleme klagen, verstärkt Alkohol diese Symptome – ohne dass man den Zusammenhang erkennt.
Östrogen und Alkohol – eine gefährliche Kombination
Alkohol erhöht den Östrogenspiegel kurzfristig – was paradoxerweise verlockend klingen mag wenn der Spiegel ohnehin sinkt. Aber dieser künstliche Anstieg bringt das hormonelle Gleichgewicht durcheinander und erhöht nachweislich das Brustkrebsrisiko. Gerade in der perimenopausalen Phase ist das ein Risiko das wir kennen sollten.
Was bedeutet „Sober Curious“?
Sober Curious bedeutet nicht automatisch kompletter Verzicht. Es ist eine Einladung zur Neugier – die eigene Beziehung zu Alkohol zu hinterfragen, ohne Druck und ohne Dogma.
Vielleicht merkst du dass ein alkoholfreier Monat dir gut tut. Vielleicht entscheidest du dich wie ich für einen dauerhaften Wechsel. Vielleicht findest du deinen persönlichen Mittelweg.
Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Bewusstsein.
Praktische Tipps für den Einstieg
- Starte mit einem alkoholfreien Monat – Januar oder Oktober bieten sich an, aber jeder Monat funktioniert
- Finde dein Ritual – was liebst du am Glas Wein wirklich? Die Entspannung, den Geschmack, das Ritual? Es gibt für alles Alternativen
- Sei ehrlich mit dir selbst – du schuldest niemandem eine Erklärung warum du nicht trinkst
- Verbünde dich – die Sober Curious Community wächst. Du bist nicht allein
Meine Empfehlungen – so genieße ich heute
Du musst nicht auf Genuss verzichten – du entdeckst ihn neu. Hier sind meine persönlichen Empfehlungen:
Für die innere Ruhe und den Schlaf:
🌿 Ashwagandha – das ayurvedische Adaptogen unterstützt das Nervensystem bei Stress und fördert innere Ruhe. Perfekt für den Abend wenn früher ein Glas Wein zur Entspannung da war. Meine Empfehlung: Ashwaganda von NATURTREU , Ruhekraft von NATURTREU oder Ashwaganda von FAIRNATURAL
🌿 Schlafformel – für tiefen erholsamen Schlaf ohne Alkohol. Meine Empfehlung: Abendritual von NATURTREU
Für den Genuss – alkoholfrei und trotzdem festlich:
🥂 Nullprozente – meine absolute Lieblingsadresse für alkoholfreien Genuss. Von alkoholfreiem Wein über Sekt bis hin zu Cocktails – alles hochwertig und geschmacklich überzeugend. Ich bestelle dort regelmäßig und bin jedes Mal begeistert. Schau selbst vorbei: nullprozente.com
Was ich dir wünsche
Ich wünsche dir das, was ich selbst gefunden habe: die Freiheit zu wählen. Nicht weil die Gesellschaft es von dir erwartet – sondern weil du weißt was deinem Körper gut tut.
Dein Körper sendet dir in dieser Lebensphase klare Signale. Hör hin.
Und wenn du merkst dass weniger Alkohol dir gut tut – dann gönn dir das. Ohne schlechtes Gewissen. Ohne Erklärungen.
Du verdienst es, dich gut zu fühlen.
Hinweis: Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Erfahrung wider und ersetzt keine medizinische Beratung. Quellen: WHO/The Lancet Public Health, Januar 2023.
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